Zur Blüte in die Wüste

Nachdem ich mich als bekennende Wüstenratte letztes Mal ganz untypisch in Yellowstone und Grand Teton rumgetrieben habe, ging es diesmal wieder in vertrautere Gefilde. Anfang April 2014 geschäftlich nach Las Vegas - endlich mal die Chance, Kakteen und Wüstenblumen in ihrer Blütezeit zu sehen. Denn anders als viele glauben, ist die Wüste gar nicht so lebensfeindlich; man muss sich - ob Tier oder Pflanze - einfach nur anpassen. Bisher kenne ich Mojave und Sonora Wüste nur im späten Frühjahr, im Hochsommer, im Herbst und im Winter. Jetzt soll es zum ersten Mal die Blütezeit werden. Death Valley, Joshua Tree NP, Anza Borrego, Organ Pipe NM und Saguaro NP sind meine anvisierten Ziele. Ich war schon in allen und kenne sie als sehr interessante Landschaften, etwas trocken und abgesehen vom Gestein alles andere als bunt. Aber wenn die Wüste blüht, taucht man in ein Farbenmeer, wie man es sich schöner kaum vorstellen kann.

Wenn sie blüht.

Habe ich gelesen.

Dieses Jahr leider nicht.

Der Winter war viel zu trocken. Insbesondere in Kalifornien, das ja schon seit einigen Jahren unter extremer Trockenheit leidet, hat es im Winter kaum geregnet, aber auch im Süden Arizonas war es kaum besser. Der Flora schadet das nicht, denn die kennt die Launen des Regens schon - kommst du heute nicht, kommst du morgen. Und wenn es dieses Jahr nichts ist, dann halt nächstes. Für mich dagegen war es schon ein wenig enttäuschend, aber ich habe mir auf meinen Touren und auch auf meinen Wanderungen in den Alpen mittlerweile angewöhnt, es einfach so zu nehmen, wie es kommt. Ändern kann ich es ja ohnehin nicht.

Und so habe ich mich trotzdem aufgemacht, das Einmannzelt, den Schlafsack und die Wanderschuhe im Gepäck. Und schön war es auch.